AFTERIMAGE

 

Wenn demokratische Strukturen erodieren, verschieben sich zunächst Begriffe die gesellschaftliche Räume tragen. Sie verlieren Sichtbarkeit, werden ersetzt, umgedeutet und aus dem Diskurs gedrängt.

Afterimage übersetzt dies in ein visuelles Resonanzfeld. Die Wörter werden überlagert und in die rhythmische Logik der Geste überführt. Die semantische Ebene bricht weg – die Farbe hält die Spur, während die Bedeutung entgleitet. Der Fleck wird zu einem verdichteten Farb – und Resonanzraum.

Die verwendeten Wörter entstammen dokumentierten Fällen administrativer Sprachsteuerung in den USA. Seit 2017 und erneut ab 2025 wurden Begriffe aus den Feldern Gleichstellung, Wissenschaft, Gesundheit, Gender, Minderheitenschutz und Klima in Behördenkontexten vermieden, ersetzt, entfernt oder zur Prüfung markiert. Darunter:

diversity, equity, inclusion, equality, gender, gender identity, transgender, trans, non-binary, LGBTQ, women, race, ethnicity, disability, vulnerable, underserved, underrepresented, environmental justice, climate crisis, evidence-based und science-based.

Die Arbeit verschränkt Überlagerung, Fragment und Affekt und eröffnet einen Bildraum in dem Sichtbarkeit und Auflösung zugleich spürbar werden.

 

Werkserie seit 2025

Quellen:

https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/us-seuchenbehoerde-cdc-verbotenewoerter

https://pen.org/banned-words-list/

https://www.opm.gov/media/yvlh1r3i/opm-memo-initial-guidance-regarding-trump-executive-order-defending-women-1-29-2025-final.pdf

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